Masoala

Masoala


Auf der Masoala Halbinsel, im Nordosten Madagaskars, ist eines der letzen großen zusammenhängenden Regenwaldgebiete zu finden. Die Halbinsel umfasst eine Fläche von etwa 4200 km2. Das Gebiet wird im Westen durch die Flüsse Andranofotsy und Mahalevona, die in die Bucht von Antongil münden, begrenzt. Im Osten durch den Fluss Onive, der in den Indischen Ozean mündet. Der Großteil des Gebietes ist mit immergrünem Regenwald bedeckt, darunter auch die weltweit bedrohten Tieflandregenwälder. Auf Masoala findet man sogar noch einige der seltenen Stellen, an denen der Regenwald direkt bis an den Strand reicht.

Vom Ozean aus erheben sich Granitgebirge, die im Norden der Halbinsel Höhen von mehr als 1400 Metern erreichen. Korallenriffe, Lagunen und Mangrovengebiete umgeben die Halbinsel im Osten bis zur Südspitze. In der Bucht von Antongil, westlich der Halbinsel, ist die Insel Nosy Mangabe gelegen. Eine kleine Insel, die berühmt für die Auswilderung mehrerer Fingertiere (Daubentonia madagascariensis) in den späten sechziger Jahren wurde. Aufgrund der vielgestaltigen Lebensräume, beheimatet die Masoala Halbinsel eine unglaubliche Artenvielfalt. 50% (höchstwahrscheinlich sogar mehr) aller terrestrischen Lebensformen Madagaskars, kommen auf Masoala vor. So wachsen z.B. 50 verschiedene Palmenarten auf Masoala, das macht etwa ein achtel aller Palmenarten weltweit aus.

Zehn verschiedene Lemurenarten kommen in dem Gebiet vor, wovon eine,der rote Vari (Varecia variegata rubra) endemisch für die Halbinsel ist. Etwa 25% der wissenschaftlich bekannten madagassischen Reptilien lassen sich auf Masoala finden. Man könnte die Liste beliebig lang fortsetzen… 1927 stellte die Regierung Madagaskars ein Gebiet von 2.780 km2 im Nordosten der Halbinsel unter Schutz. Nach der Unabhängigkeit Madagaskars von Frankreich wurde 1964 der Schutzstatus des Gebietes aufgehoben, damit ausländische Firmen den Holzreichtum des Gebietes kommerziell nutzen konnten. Stück für Stück verschwand eines der biologisch bedeutsamsten Gebiete der Welt. Erst 1992 konnte durch den Zusammenschluss mehrerer Organisationen und Ministerien ein Plan zum Schutz der Region entwickelt werden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 28% der ursprünglichen Wälder verloren. Im Februar 1997 erklärte die Regierung Madagaskars ein Gebiet von 2.300 km2 zum National Park. Somit wurde die Masoala Halbinsel zum derzeit größten National Park Madagaskars.

50% der geschützten Tieflandregenwaldgebiete Madagaskars sind auf Masoala zu finden. Allein aus diesem Grunde ist der National Park Masoala eines der wichtigsten geschützten Gebiete Madagaskars.

Touren in den Nationalpark und Übernachtungsmöglichkeiten

Die Masoala Halbinsel und Insel Nosy Mangabe sind am besten von Maroantsetra aus zu erreichen. Die kleine Stadt am nördlichen Ende der Bucht von Antongil, wird mehrmals wöchentlich durch Air Madagascar, von der Hauptstadt Anatanarivo aus, angeflogen. Das Flugzeug ist die einfachste und beste Möglichkeit Maroantsetra zu erreichen. In Maroantsetra selber gibt es einige kleinere und größere Hotels, die als Ausgangsstation für Touren in den Nationalpark dienen. Die Hotels können meist Trips organisieren und bieten Touristen komplette Touren inklusive Verpflegung und Unterkunft an. In Maroantsetra müssen bei der staatlichen Nationalparkverwaltung ANGAP auch Eintrittstickets für den Nationalpark erworben werden und ein Parkguide muss für die Dauer des Aufenthalts gebucht werden.

Der Transfer nach Nosy Mangabe und auf die Masoala Halbinsel wird per Boot von einem ansässigen Bootspächter organisiert. Im Nationalpark selber sind unterschiedliche Unterkunftsmöglichkeiten. Neben drei sog. Ecolodges gibt es auch einen kleinen Zeltplatz. Preise und Qualität der Unterkunft variieren hier sehr stark. Man sollte sich vorher in Maroantsetra genau Informieren. Auf Nosy Mangabe besteht nur die Möglichkeit zu Zelten, wobei der Zeltplatz sehr komfortabel ist. Es gibt verschiedene Unterstände für die Zelte, Toiletten und Duschmöglichkeiten, sowie überdachte Tische zur Verpflegung

Dieser Beitrag wurde uns freundlicherweise von Sebastian Gehring zur Verfügung gestellt.

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